Das Sprunggelenk

 Das obere Sprunggelenk (OSG) wird von 3 Knochen – dem Wadenbein, dem Schienbein und dem Sprungbein gebildet und durch einen Bandkapselapparat stabilisiert.

Eine Sprunggelenkbehandlung in der OCM

Durch die große Last sind Verletzungen des Bandapparates sowie Knochenbrüche in diesem Bereich relativ häufig. Je nach Art der Verletzung können diese konservativ oder durch einen operativen Eingriff behandelt werden. Eine andere häufige Verletzung ist der Riss der Achillessehne. Auch hier kommen je nach Art der Verletzung konservative und operative Therapiemaßnahmen zur Anwendung.

Die OCM ist eine von wenigen Zentren in Deutschland die künstliche Sprunggelenke einsetzt. Zwei Jahre nach Einbau des Kunstgelenkes sind die meisten Patienten zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der Operation. Die bisher vorliegenden wissenschaftlich Resultate fünf bzw. 10 Jahre nach der Erstimplantation sind überzeugend..

Aufgrund stattgehabter Verletzungen, bei entzündlichen Erkrankungen, wie Rheuma und durch andere Ursachen kann es zu einem Knorpelverschleiß im Bereich des Sprunggelenkes kommen. Es bildet sich eine sogenannte Arthrose aus. Diese ist jedoch seltener, als eine Kniegelenkarthrose (Gonarthrose) oder Hüftgelenkarthrose (Coxarthrose). Bei geringen ausgeprägten Arthrosen im Bereich des Sprunggelenkes können sowohl konservative Maßnahmen, wie physikalische und krankengymnastische Beübung und Infiltrationen des Gelenkes durchgeführt werden. Durch eine Spiegelung des Gelenkes kann der Knorpel geglättet und kleine Knochenvorsprünge entfernt werden. Bei schmerzhaften hochgradigen Sprunggelenksarthrosen besteht die Möglichkeit einer Versteifung des Sprunggelenkes oder einer Sprunggelenksendoprothese. Mit beiden Behandlungsmethoden haben wir sehr gute Erfahrungen. Welche der beiden Therapieoptionen zur Anwendung kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab und muss für jeden Patienten einzeln entschieden werden.

Riss der Achillessehne

Achillessehnenrisse treten meistens bei degenerativ vorgeschädigten Sehnen auf. Oft reichen dann schon stärkere, plötzliche Belastungen aus, um einen Riss herbeizuführen. Nicht jeder Achillessehnenriss muß operativ behandelt werden. Dies wird im Wesentlichen vom Alter und besonders vom Aktivitätsniveau des Patienten abhängig gemacht. Die Entscheidung für oder gegen eine Operation fällt daher in Absprache zwischen Arzt und Patient. Wenn es zu einer Operation kommt, kann die Operation meist minimalinvasiv über kleine Schnitte vorgenommen werden (mit dem „Dresdner Instrumentarium“), nur selten muß die Rißstelle selber offen genäht werden (meist nur bei schon länger zurückliegenden Verletzungen). Auch bei länger zurückliegenden Verletzungen oder fehlgeschlagener konservativer Therapie kann sekundär noch eine Verbesserung durch eine Operation erzielt werden (z.B. durch eine Sehnenrekonstruktion oder einen Sehnentransfer).

Arthrose

Die Möglichkeit ein künstliches Sprunggelenk einzusetzen gibt es erst seit einigen Jahren. Es werden pro Jahr nur ca. 1000 künstliche Sprunggelenke in Deutschland implantiert.

Die Sicherheit und Langlebigkeit der künstlichen Sprungelenke kann noch nicht mit der von Hüft- und Kniegelenken vergleichen werden, von denen etwa 150.000 Stück pro Jahr eingesetzt werden. Der operative Einbau von künstlichen Sprunggelenken ist auch nach wie vor auf wenige Zentren in Deutschland beschränkt.

Auch wenn viele der Endoprothesenmodelle erst seit ca.  zehn Jahren eingebaut werden, so sind doch die bisherigen Nachuntersuchungen sehr ermutigend. Zwei Jahre nach Einbau des Kunstgelenkes sind die meisten Patienten zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der Operation und die bisher vorliegenden wissenschaftlich Resultate fünf bzw. 10 Jahre nach der Erstimplantation sind überzeugend.

Kommt es zu einer vorzeitigen Lockerung, kann die Endoprothese entweder komplett oder auch in einzelnen Teilen gewechselt werden. Als letzte Möglichkeit kann beim endgültigen Versagen der Prothese noch eine Versteifungsoperation vorgenommen werden, die vor der Entwicklung von künstlichen Sprunggelenken die Regeloperation darstellte.

So ist nach Meinung vieler Experten das Dogma, die Versteifungsoperation stelle eine dauerhafte Lösung für alle Probleme des Sprunggelenkes dar, längst überholt. Falsch ist es jedoch auch, die Endoprothese als Lösung aller verschleißbedingten Schäden des Sprunggelenkes anzusehen. Bei schweren Achsenfehlern, ausgedehnten Durchblutungsstörungen des Knochens und schlechter Knochenqualität (z.B. Osteoporose) muss nach wie vor auf die Versteifung des Sprunggelenkes zurückgegriffen werden.

Grundsätzlich ist der Vorteil der Prothese der Erhalt der Beweglichkeit gegenüber der versteifenden Arthrodese.

In unserer Klinik setzen wir momentan grundsätzlich 2 Prothesentypen ein:
Die SALTO Endoprothese von Tornier und die Infinity Prothese von Wright.

Erkrankungen des Sprunggelenks

Auf das Sprunggelenk wurde zuvor schon bei den Themen Arthrose, Sehnenerkrankungen und Verletzungen am Fuß eingegangen. Neben den erwähnten Versteifungen am unteren oder oberen Sprunggelenk, dem künstlichen Gelenkersatz am oberen Sprunggelenk (OSG-Prothese), den Bandstraffungen oder -rekonstruktionen insbesondere am Außenknöchel oder der Syndesmosestabilisierung kommen vor allem Gelenkspiegelungen (= Arthroskopien) zur Anwendung. Bei der Arthroskopie können zum einen diagnostische Erkenntnisse gewonnen werden, zum anderen können Gelenkerkrankungen behandelt werden, z.b. durch Entfernen entzündeter Schleimhäute (Synovitis) oder Schleimhautfalten (Plicasyndrom), durch Glätten von Knorpel oder Abtragen von knöchernen Anbauten bei Arthrose oder durch Entfernen freier Gelenkkörper. Ein besonderes Problem stellen lose Knorpelknochenfragmente des Sprungbeines da, meistens an der Innenseite lokalisiert (Osteochondrosis dissecans). Sie können durch Verletzungen oder durch lokale Durchblutungsstörungen im Knochen entstehen. Bei entsprechend starken Beschwerden und noch stabilem Dissekat können diese mittels Anbohrung und arthroskopischem Debridement behandelt werden, haben sich die Fragmente bereits aus dem Verbund gelöst, werden Sie über einen kleinen, offenen Schnitt entfernt und der Knorpel mit einer AMIC-Membran (autologe matrixinduzierte Chondrogenese) wieder aufgebaut.

Ihre Sprunggelenkspezialisten

Dr. med. Wolfgang Bracker

Facharzt für Orthopädie, Rheumatologie, Handchirurgie

Prof. Dr. med. Hans Hertlein

Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie
D-Arzt für Arbeits- und Schulunfälle

Prof. Dr. med. Martin Jung

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Handchirurgie, Orthopädische Rheumatologie
D-Arzt für Arbeits- und Schulunfälle 

Dr. med. Christian Massing

Facharzt für Orthopädie

Prof. Dr. med. Philipp Niemeyer

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Bereich Kniegelenks- und Knorpelchirurgie sowie Sprunggelenkchirurgie

Dr. med. Markus Schrödel

Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie
D-Arzt für Arbeits- und Schulunfälle
 

Dr. med. Gabriel Wasmer

Facharzt für Orthopädie, Sportmedizin, Physikalische Therapie, Chirotherapie, Unfallarzt, D-Arzt für Arbeits- und Schulunfälle